| "Die Depression
ist eine Möglichkeit, sich Unerträgliches erträglich
zu machen"
Depression
Die depressive Erkrankung ist gekennzeich-
net durch eine längerfristige Veränderung von Stimmung
und Antrieb ins Negative, ver-
bunden mit verschiedenen Symptomen, die mehr oder wenig stark
ausgeprägt sein können:
Symptomatik
- Verlust des Interesses an Tätigkeiten, die früher
Spaß machten (Hobbys, Sex usw.)
- Freude wird nicht mehr empfunden. Ge-
ringerer Appetit mit Gewichtsverlust oder erhöhter Appetit
mit Gewichtszunahme
- Schlafstörungen, gekennzeichnet durch frühzeitiges
Erwachen gefolgt von Grübeln oder durch Einschlafstörungen
- Geringerer oder erhöhter Schlafbedarf
- Ruhelosigkeit oder verminderte Aktivität, die anderen
auffällt
- Konzentrations- und Entscheidungs-
schwierigkeiten, langsamer Gedanken-
gang
- Gefühl der Wertlosigkeit, geringeres Selbstbewusstsein
oder unange-
brachte Schuldgefühle
- Wiederkehrende Gedanken an Tod oder Selbstmord, pessimistische
Erwartungen
- Sozialer Rückzug
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Ablauf der Depression
Depressionen verlaufen meist in Form von Krankheitsphasen (Episoden),
die Wochen bis Monate, manchmal auch Jahre anhalten kön-
nen. Die depressiven Verstimmungen haben, vor allem wenn sie unbehandelt
bleiben, die Tendenz erneut aufzutreten, und in manchen Fällen
nehmen sie auch einen chronischen Verlauf, d.h. die depressive
Stimmung wird zum Dauerzustand.
Depressionen gehen wie kaum eine andere Erkrankung mit hohem Leidensdruck
einher, da diese Erkrankung ins Zentrum des Wohl-
befindens zielt und die Lebensqualität grund-
sätzlich beeinflusst.
Nicht nur vom subjektiven Erleben her, son-
dern auch objektiv gesehen ist die Depres-
sion eine schwere, oft lebensbedrohliche Erkrankung, was sich
in der hohen Selbst-
mordgefährdung ausdrückt. Fast alle Patien-
ten mit schweren Depressionen haben zu-
mindest zeitweise Suizidgedanken.
Hintergründe der Erkrankung
Weltweit leiden 100 Millionen Menschen an und unter einer Depression.
Etwa jeder vierte Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an einer
länger dauernden Störung seiner Stimmung.
Eine Vielzahl von unterschiedlichen Faktoren können am Entstehen
beteiligt sein, z.B. erb-
liche, körperliche, emotionale, psychologische, konfliktbezogene
oder äußerlich belastende Faktoren Es gibt in
der Fachwelt viel Uneinig-
keit über die Ursächlichkeit einzelner Fakto-
ren. Für eine erfolgreiche Behandlung im Sin-
ne der Betroffenen ist die Frage der Ursäch-
lichkeit zweitrangig, da die Therapieplanung mehr auf die Intensität
der Erkrankung und auf die Auflösung der aktuellen Konflikte
ausgerichtet ist. |
Unser Therapieangebot
Wir arbeiten mit einer Kombination aus Ein-zel- und Gruppenpsychotherapie.
Unsere therapeutischen Strategien haben sechs Hauptansatzpunkte:
- Depressive Stimmungslage überwinden
Die neue, einladende Umgebung, freundlich-ehrliche Kontakte
in einem entspannenden Rahmen und nicht zuletzt die wunderbare
Lage der Klinik inmitten von ursprünglicher Natur unterstützen
oft schon in den ersten Tagen ein inneres Umschalten, mit dem
wieder mehr Öffnung und Ausdruck möglich wird.
- Psychopharmaka
Bei einer entsprechenden Indikation verabreichen wir in Absprache
mit un-
seren Patienten Psychopharmaka, die sich für den initialen
Gesundungspro-
zess als unterstützend erweisen können.
- Den Sinn der Depression verstehen
In der tiefenpsychologischen Aufarbei-
tung der Entstehungsgeschichte kann die depressive Symptomatik
oft sinnvoll verstanden werden. Wird die „Bot-
schaft" der Symptomatik aufgegriffen, dann verliert sie
ihre Grundlage und kann verschwinden.
- Gefühlsausdruck und Körpergefühl fördern
Depression heißt wörtlich „nieder-
drücken", unterdrückt werden oft die Gefühle
wie z.B. Ärger. In den verschie-
denen Gruppentherapien (z.B. Musik-, Tanz-, Kunst- Dramatherapie)
wird da-
her der Gefühlsausdruck gefördert. Hier entsteht die
Grundlage zu einem posi-
tiven Körpergefühl.
- Kontakt- und Beziehungsfähigkeit fördern
Depressive Verstimmungen führen oft
zu Einsamkeit und Rückzug. In der The-
rapie werden Ausdruck und Selbstöff-
nung freundlich gefördert, denn offene, gute menschliche
Kontakte helfen in Krisensituationen und sind ein guter Schutz
gegen den depressiven Rückzug.
- Körperliche Fitness fördern
Eine intensive körperliche Belastung ist mit einer depressiven
Stimmungslage nicht vereinbar. Kontrollierte wissen-
schaftliche Untersuchungen zeigten, dass eine regelmäßige
Konditionsbe-
lastung (d.h. sportliche Betätigung mit mittlerer Belastung)
besser und lang-
fristiger antidepressiv wirkt, als jede andere bekannte Methode
einschließ-
lich Psychopharmaka.
Jede auch noch so kurze körperliche Betätigung dürfte
die Freisetzung von sogenannten Endorphinen stimulieren. Diese
natürlichen, im Gehirn vorliegen-
den Substanzen tragen zu einer guten Stimmungslage bei.
Menschen, die regelmäßig Sport betrei-
ben oder sich körperlich betätigen, sprechen oft auf
Antidepressiva besser und rascher an als jene, die dies nicht
tun. Eine normale Kondition, die man z.B. durch 3maliges joggen/walken
pro Woche für eine halbe Stunde erreichen kann, bewirkt
eine gute Unterstützung der Selbstheilung!
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