Übergewicht

Schönheit ist subjektiv,

diese wunderschöne Statue steht in einem privaten Baden-Badener Park

Übergewicht = Psychogene Adipositas

Was ist Übergewicht?
Übergewicht entsteht durch eine übermäßige Anhäufung von Fett im Körper. Der BMI liegt über 30, d.h. das Normalgewicht wird mindestens zu 20 % überschritten.

Hintergründe für Übergewicht
Hormonstörungen spielen als Ursache eine geringe Rolle, nämlich in weniger als 1 % der Fälle. Eine Reihe von Anlagefaktoren spielen eine bedeutende Rolle, sie bestimmen den Ruhekalorienverbrauch, so dass bei der gleichen Essensmenge der eine zu- der andere abnimmt.

Letztlich stimmt das Gleichgewicht zwischen der Nahrungsaufnahme und dem Kalorienverbrauch, also vor allem der Bewegung nicht. Die Quote der adipösen Bevölkerung steigt mit zunehmendem Alter. Dies ist oft Folge eines Missverhältnisses zwischen aufgenommenen Kalorien und Verminderung der körperlichen Aktivität mit zunehmendem Alter.

Hierbei spielt einerseits die Reduktion des Stoffwechselumsatzes nach Beendigung des Wachstums, aber auch die meist reduzierte körperliche Aktivität durch Beruf und andere Faktoren mit zunehmendem Alter eine Rolle.
Bei den psychologischen Faktoren spielen Überbehütung und Verwöhnung in der Kindheit eine Rolle.

Übergewichtige haben oft eine sehr geringe Frustrationstoleranz und benutzen Essen zur Spannungsreduktion, d.h. um Ärger und andere Gefühle in sich „stillzulegen".

Im Kontakt kann der „Fettpanzer" dabei helfen, sich andere „vom Leibe zu halten".

Komplikationen
» erhöhter Blutdruck mit weitreichenden Konsequenzen (Herz- und Hirninfarktrisiko wird erhöht). 
» Blutfettentgleisung (Infarktrisiko steigt).
» orthopädische Beschwerden durch die Überlastung von Knochen und  Gelenken
» Diabetes-Risiko steigt, ein Diabetes ist wiederum mit einer ganzen Reihe von erhöhten Risiken verbunden.
» Atemwegserkrankungen und Schlafstörungen
» Die Lebensqualität sinkt, was sich psychisch z.B. in Depressionen niederschlagen kann

Was funktioniert nicht?  
Es gibt eine unüberschaubare Vielzahl verschiedenster Schlankheitsdiäten, die sich von »sinnvoll« über »weniger sinnvoll« bis hin zu »gefährlich« einordnen lassen. Nahezu jedes Lebensmittel wird irgendwann einmal als ideales Mittel zum Abnehmen propagiert.
Teilweise versprechen die Anpreiser der Diäten wahre Wundererfolge wie „ohne Hungern schlank und fit", „fünf Pfund in drei Tagen".
Das Wunder funktioniert nur für die Anbieter, denn es gibt keine schnelle und veränderungsfreie Abnahmewunderkur.

Da alle diese Diäten, auch wenn sie ernährungsphysiologisch vernünftig sind, an dem Suchtcharakter der Esssucht vorbeigehen, können sie vom Grundsatz her nicht funktionieren. Sie enden im „Jojo-Effekt", d.h. nach einer Phase der Selbstkontrolle (und des Abnehmens mit der freudigen Illusion: Jetzt habe ich es geschafft!) bricht die nur kurzzeitig zu kontrollierende Gier wieder durch und sorgt meistens für eine Gewichtzunahme über das ursprüngliche Gewicht hinaus.

Therapie bei Übergewicht
Zunächst mal heißt es Abschied von den Hoffnungen auf eine ganz schnelle Radikalkur zu nehmen. Bei den therapeutischen Vorgehensweisen hat sich längerfristig nur die Strategie einer Normalisierung des Ess- und Bewegungsverhaltens bei gleichzeitiger Bearbeitung von offenen Konfliktthemen (im Rahmen einer ambulanten oder stationären Psychotherapie) und der aktiven Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe bewährt.

Paradoxerweise scheint der Körper sich erst dann zu einem harmonischen Gewichtsverlust  bereit zu erklären, wenn man sich mit diesem Körper, so wie er ist, ausgesöhnt hat, d.h. ihn so akzeptiert.

Dies erscheint vermutlich zunächst widersinnig, wird aber verständlicher, wenn man sich deutlich macht, dass man nur in einem liebevollen Umgang mit sich selbst die Aufspaltung zwischen abgelehntem Körper und  manipulativem Willen aufheben kann. Erst in dem liebevollen Umgang mit sich selbst entsteht ganz von selbst wieder die Einheit, aus der heraus das Erreichen eines befriedigenden Gewichtes dann fast wie von selbst funktioniert.

Dabei spielt auch die körperliche Aktivität eine wichtige Rolle. Auch hier ist ein geduldiger Aufbau einer normalen Konditionsbelastung (z.B. durch Walken, Joggen oder Schwimmen) wesentlich. Wenn der Körper wieder als Quelle von positiven Gefühlen (z.B. die gesunde Erschöpfung und das Gefühl der Kraft nach gut dosierten Bewegungsübungen) erlebt wird, dann ist das auch die Grundlage für ein positives Selbstgefühl.

Klinik am Leisberg

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